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Sonntag, 18.03.2018

Aktionsspieltag am 18. März 2018

Eintracht Braunschweig Stiftung fördert Integrations-Projekt "Rucksack KiTa"

Die DFL Stiftung stellt den 27. Spieltag der Bundesliga und 2. Bundesliga unter das Motto „Strich durch Vorurteile“. Alle 36 Proficlubs treten geschlossen für Vielfalt und ein faires Miteinander ein.

Die Löwen beteiligen sich im Rahmen des Heimspiels gegen den MSV Duisburg am Sonntag, dem 18. März 2018 (Anstoß: 13.30 Uhr) an der Liga-Initiative. Die Eintracht Braunschweig Stiftung hat zu diesem Zweck das Programm „Rucksack KiTa“ vorgeschlagen, das durch die Spieltags-Aktivitäten noch bekannter gemacht und auch finanziell unterstützt werden soll. Ziel des Braunschweiger Projekts ist die Stärkung der elterlichen Erziehungskompetenzen und die Förderung der allgemeinen und sprachlichen Entwicklung der Kinder, um ihnen eine soziale und berufliche Teilhabe in der Gesellschaft zu ermöglichen.

Das Rucksack-Projekt ist angesiedelt im DialogWerk Braunschweig unter dem Dach der Haus der Familie GmbH – eine gemeinnützig anerkannte Familienbildungsstätte und seit 2005 ein Unternehmen der Volkshochschule Braunschweig GmbH.

Alle Informationen gibt es auf der Projektseite.

Interview mit der Projekt-Verantwortlichen Michaela Wirth

Frau Wirth, wie war Ihre erste Reaktion, als Sie von der Eintracht Braunschweig Stiftung darüber informiert wurden, dass Sie als Vorzeigeprojekt im Bereich Integration gesehen werden und für den Spieltag ausgewählt wurden?
Michaela Wirth: Ganz ehrlich: Ich bin sofort durch die Büros im DialogWerk gelaufen und habe allen Kolleginnen, die da waren, davon erzählt. Wir haben uns kollektiv über die Nachricht gefreut!

Für mich ist es aus zwei Gründen etwas ganz Besonderes, als Integrationsprojekt für die Eintracht an den Start zu gehen: Zum einen habe ich so eine Fußballbegeisterung wie in Braunschweig noch in keiner Stadt erlebt, in der ich gewohnt oder gearbeitet habe. Von daher heißt die Kooperation mit der Eintracht Braunschweig Stiftung für mich auch ein Stück mehr mit der Stadt verbunden zu sein. Zum anderen freut es mich natürlich auch, dass das, was wir mit dem Projekt bewirken, so wertschätzend wahrgenommen wird. Vor allem für die Elternbegleiterinnen, die seit September 2017 in den Rucksack-Gruppen arbeiten, empfinde ich die Unterstützung durch die Stiftung als eine besondere Form der Anerkennung für die Arbeit, die sie leisten.

Was genau verbirgt sich hinter dem Projekt „Rucksack KiTa“?

Hinter dem Rucksack-Projekt verbirgt sich ein Programm zur Stärkung von elterlichen Erziehungskompetenzen und zur Sprachförderung von vier- bis sechsjährigen Kindern mit Zuwanderungsgeschichte.

Zur Durchführung trifft sich eine Gruppe von Eltern neun Monate lang wöchentlich in ihrer Kita. Die Gruppe wird angeleitet von einer zuvor ausgebildeten Elternbegleiterin, die zumeist auch ein Kind in der Einrichtung hat und mehrsprachig aufgewachsen ist. Die Eltern erhalten bei den Gruppentreffen Anregungen und Ideen zur Beschäftigung und spielerischen Förderung der Kinder zu Hause rund um alltagsnahe Themen wie Ernährung, Bewegung oder Kleidung. Die Förderung zu Hause geschieht in der Muttersprache des Kindes - die Kita hilft parallel beim Erlernen der deutschen Sprache. Daneben werden zusammen Ausflüge unternommen, wie z.B. ein Besuch in ein Museum oder in die Bibliothek. So wollen wir Eltern dazu ermutigen, die Freizeit- und Bildungsangebote in der Stadt zu nutzen und sie darin bestärken, den (Bildungs-)Weg ihrer Kinder aktiv mitzugestalten.

Die positive Wirkung der Arbeit sehen wir vor allem auch bei den teilnehmenden geflüchteten Familien: Die Kinder erlernen in kurzer Zeit die deutsche Sprache, ohne dabei das wertvolle Gut der Muttersprache zu verlieren. Die Eltern finden wiederum schnell Kontakte in der Gruppe, knüpfen Freundschaften und können mit dem Wissen, das sie während der neun Monate bei den Treffen sammeln, ihre Kinder optimal auf den Schulstart vorbereiten - alles Aspekte, die das Ankommen in Braunschweig erleichtern.

Welche Kitas nehmen daran teil?
Derzeit nehmen sechs Einrichtungen in Braunschweig teil: In der Weststadt sind es das Caritas Familienzentrum St. Maximilian Kolbe und das ev.-luth. Familienzentrum Weststadt, im westlichen Ringgebiet das DRK Familienzentrum Broitzemer Straße und in der Nordstadt die Paritätische Kindertagesstätte Quäker Nachbarschaftsheim, das ev.-luth. Familienzentrum St. Georg sowie die städtische Kindertagesstätte Siegmundstraße. Insgesamt arbeiten dort zehn Elternbegleiterinnen mit rund 50 Familien.

Wer fördert Sie bisher finanziell und wozu werden die Spendengelder verwendet, die über den Integrations-Spieltag generiert werden?

Gefördert wird das Projekt von der Volksbank BraWo aus Mitteln der United Kids Foundations Jubiläumsaktion '1000x1000 – die BraWo-Allianz gegen Kinderarmut'. Die Spendengelder aus dem Integrations-Spieltag machen es möglich, das Programm in einer weiteren Braunschweiger Kita anzubieten, eventuell sogar im unmittelbaren Umfeld des Stadions. Außerdem soll die Förderung zur Finanzierung der Gruppenausflüge genutzt werden, z.B. ein gemeinsamer Besuch von Eltern und Kindern in der Bücherei oder bei einer Tierpädagogin. Zudem können Lernmaterialien davon finanziert werden, z.B. zum Basteln oder zur Bewegungsförderung.

Hintergrund-Informationen zum Aktionsspieltag

Nach 2012 und 2015 engagiert sich der Profifußball zum dritten Mal für eine friedliche und tolerante Gesellschaft. Bundesliga und 2. Bundesliga führen Menschen ungeachtet von Herkunft, Religion, Behinderung, Geschlecht, Alter oder sexueller Orientierung zusammen. Woche für Woche stehen Spieler aus nahezu 60 Nationen gemeinsam auf dem Rasen. Zuschauer sitzen nebeneinander im Stadion oder zusammen vor den Bildschirmen. Für sie alle ist der Spieltag „Strich durch Vorurteile“, der den Zusammenhalt unserer Gesellschaft stärken soll.

Auf vielfältige Weise und in zahlreichen Projekten setzen sich DFL Stiftung, Proficlubs und Spieler für Respekt und Toleranz ein. Auf der Projektplattform www.klicke-gemeinsames.de stellt jeder der Clubs ein Projekt für eine offene und vielfältige Gesellschaft aus seinem Umfeld vor. Die DFL Stiftung unterstützt die dort präsentierten Initiativen, indem sie deren Austausch und die Qualifizierung ihrer Helfer fördert.

In TV-Spots sowie Print- und Online-Anzeigen rufen Bundesliga-Spieler und Kuratoren der DFL Stiftung dazu auf, Diskriminierung und Ausgrenzung entschlossen entgegenzuwirken. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen in allen Stadien der Bundesliga und der 2. Bundesliga setzen DFL Stiftung, Clubs und Spieler gemeinsam ein Zeichen für ein friedliches Miteinander in unserer Gesellschaft – auf dem Spielfeld genauso wie auf den Tribünen.

Fotos: Peter Sierigk